WELCHE DIESER SÜNDEN LEBE ICH?

Mich reizt das Entdecken von neuen Auseinandersetzungen mit dem Thema und besonders interessiert bin ich, wenn es ein Material ist, eine Kunstform, die ich noch nicht in der Sammlung habe. Würde man vergleichbare Werke an anderer Stelle bekommen? Wenn diese Frage mit „nein“ beantwortet wird, entscheide ich mich dafür.

Honey Home Made Money Used banknotes


Ein Beispiel ist die Arbeit Honey - Home Made Money von  Nikolaus Eberstaller. Diese stellt die sieben guten Seiten des Geldes den  sieben Todsünden gegenüber, verbunden mit sieben Signets von Global Playern, sowie Fotografien, die z.B. zeigen, wie ein kleines Kind in Fukushima auf den Grad der Verstrahlung untersucht wird. Diese Arbeit habe ich 2011 erworben. Es ist eine sehr politische Arbeit, die ein Ereignis aufgriff, welches gerade mal sechs Monate zurücklag.

Das Thema – die gute und die schlechte Seite des Geldes- wird auf den Punkt gebracht und weist uns noch auf die sieben Todsünden hin und damit auf unsere menschlichen Schwächen. Wir haben alle unsere Schwächen und die Frage ist, welche kann man dem Anderen verzeihen und für welche würde man ihn „erschlagen“. Das steckt in der Arbeit von Nikolaus Eberstaller drin und das finde ich gut. Es ist nicht nur dekorativ, sondern man steht davor, wird zum Nachdenken angeregt und es stellt sich die Frage, welche dieser Todsünden lebe ich in meinen Leben aus oder welche leben andere in meinem Leben aus, denen ich tagtäglich ausgeliefert bin. Muss ich mich dem irgendwann entziehen oder nicht. Und wenn ja, wie entziehe ich mich? Wie ändere ich mein Leben? Habe ich das Geld dazu ein neues Leben zu beginnen?

© Interview Kunst und Helden, 19.3.2013