Eberstaller. Alles wird gut.

Das Projekt des Österreichers erinnert an Christos spektakuläre Verhüllung des Reichstagsgebäudes: Eberstaller plant, temporäre Kunst im öffentlichen Raum zu installieren. Für das „Battlefield Love Memorial“ will er lebensgroße rosafarbene Panzer und Soldaten aus recyclebarem Material verwenden. Berlin eigne sich mit seiner Geschichte hervorragend als erster Ausstellungsort, findet Eberstaller. Das Schlachtfeld soll nach Willen des Künstlers nicht unantastbar sein, sondern durch die Menschen aktiv belebt werden: „Wenn Graffitisprayer das Werk mit ihren Statements bereichern oder aber Menschen sich entschließen, zwischen den Panzern ihre Kinder spielen zu lassen, sollen sie das gerne tun: Bewegte Menschlichkeit löst den Starrsinn.“ Auch in New York, Bangkok und anderen Metropolen weltweit könnte das Schlachtfeld Signale des Friedens setzen.

Battlefield Love Memorial Berlin Projektskizze

Auch das ehemalige Fluggelände Berlin-Tempelhof eignet sich dem Künstler nach für die Performance. Wichtig ist der höhere Blickwinkel auf das Werk: Aus der Vogelperspektive verwandeln sich die Panzer und Soldaten, die aufeinander zustürmen, in den Schriftzug LOVE. Bereits die der Idee vorangehende Skulptur „Battlefield“, die 2011 als Vorschau in Berlin gezeigt wurde, zeigt die Dimensionen des installierten Kriegsschauplatzes. 

Das Ende der monumentalen Installation ist bereits vorgezeichnet. In einer Performance soll während eines Volksfestes ein Bulldozer das Schlachtfeld auflösen und so endgültig der Liebe die Hauptrolle überlassen. Das Schlachtfeld wird nicht mehr erkenntlich sein. Selbst die Überreste werden eine Verwendung erfahren: Der Schutt aus sogenanntem Leca-Beton eignet sich dazu, um Fundamentplatten wärmezudämmen. So wandelt sich die Kälte in Wärme.

© Cicero.de, Bigna Fink, 2013