Kategorie: Genießbar, Unpackbar
11.11.2010

GÄNSEEIER, VOODOO und das zweithässlichste Etikett der Welt

Reisen wird chronisch.


Köln:
Wir erschrecken mittags den Voodoo-Zauberer Joachim W., der im Restaurant V. (Schloss B.) mit unserem Besuch eine Verdoppelung seiner Mittagsgäste erfährt. Wir entscheiden uns für das kleine Menü und lassen uns von zehn feinen Gängen entern. Es gab nichts zu beanstanden. Leider, denn in der Kategorie ist man gerne kretzat (fiesfür die Auslandsösterreicher ...). Zurück im Hotel treffen wir auf ein Wesen, dass mit Kniekehlenhängerpluderhosen, balsamiertem Haar und extraterrestrischem Dialekt hüftschwingend für Unruhe unter Minderstjährigen sorgt. Kreischend versuchen sie ihn zu befruchten, während ich über mein Alter reflektiere. Der Fernsehstar Jorge G., erfahre ich später von schnappatmenden, wohlige Gier ausdünstenden Jugendlichen. Wir freuen uns, fernsehlos und damit unbelästigt zu sein sowie auf den nächsten Tag.

Irgendwo in Nordrhein-Westfalen:
Am Bahnhof werden wir von unseren Künstlerkollegen, den Herren S. und B. mit einer ansatzweisen Fluxus-Darbietung begrüßt. Wir knüpfen dort an, wo wir beim letzten Aufeinandertreffen aufgehört haben und tun Dinge, die man tun muss. Wir fahren nach Schloss Moyland, um Herrn Joseph B. zu begrüßen. Dieser ist allerdings ohne jede Vorwarnung höchst unpässlich (hätte ich doch nur auf Heiner Bastian gehört!). Wir erledigen den üblichen Hamstereinkauf in der Bibliothek und versöhnen uns mit einen Ausflug ins holländische. 

Holland:
Quiches, reifer Gouda und wahrhaft gute Heringe. Wir projektilieren mit konstanten 100 km/h über die Autobahn nach Hause und hören groteskerweise guten Rock dazu. Ich bewundere meinen alten Freund zutiefst, dass er über die beachtenswerte Charakterstärke verfügt, drei einander eigentlich ausschliessende Tätigkeiten zeitgleich auszuführen: 1: Konstante, tempomatfreie Fahrt mit 100 km/h; 2: Peter FramptonsCome Alive II (Rock!) hören; 3: ein rostiges Beil schwingen. 

Wieder Deutschland:
Wir besuchen Mme. Christine, die ein französisches Lokal im wohlriechenden Schatten einer neugotischen Kapelle betreibt. Christine ist ausgesprochen charmant und wir schaffen es sogar, dass der einsiedelnde Koch - Christines deutsches Beutegut - einen kurzen Ausfallsschritt aus der Küche wagt, um uns mitzuteilen, wie er die Crème zum brüllen brachte. Sicher nicht mit seinem Temperament, denn das muss er irgendwo zugriffsfrei verstaut haben ...

Tags darauf bestätigt sich mein Verdacht: Es ist durchgesickert, dass wir kommen. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass nicht nur das Museum seine Türen hektisch verschweißte, sondern auch der geplante Besuch bei Kollegen wegen niederer Gewalt ebenso abgesagt werden musste, wie der neugierdurchdrungene Termin beim Großsammler. Wir beugen uns uneinsichtig diesen Gemeinheiten und verbringen einen wunderbar entspannten Nachmittag ohne Kunst, Kultur oder anderen Nischenprodukten bei Frau M. und Herrn T. Dort erkenne ich die wahren Qualitäten eines Beagles. Dieser besitzt die Seelenstärke, sich als exzessivsten Ausdruck seiner Animalität mit dem Wälzen auf einer winzigen Vogelfeder zufrieden zu geben. Mein sehr geschätzter hündischer Begleiter Pinsel benötigt hierzu zumindest Jauche im Großgebinde, wenn nicht sogar die gut abgelegene Ausscheidung einer magenkranken Dogge.

In einem spielzeuglerischem Flugzeug bewegen wir uns nach vorne, missachten die streng zurückweisenden Wegweiser und kommen trotzdem an...

In einem spielzeuglerischem Flugzeug bewegen wir uns nach vorne, missachten die streng zurückweisenden Wegweiser und kommen trotzdem an...

Voodoo in der Dreisterneküche. Im Eck der Beweis: Hier ist's nicht koscher: Ein höchst hinterfragenswürdiger totenkopfskulpturaler Geschmacksverstärkertotem. Nach dieser Sichtung wundert es uns nicht, dass der Koch dermaßen gedopt wundervoll zaubert. Nach 10 Gängen ergeben wir uns und konvertieren.

Voodoo in der Dreisterneküche. Im Eck der Beweis: Hier ist's nicht koscher: Ein höchst hinterfragenswürdiger totenkopfskulpturaler Geschmacksverstärkertotem. Nach dieser Sichtung wundert es uns nicht, dass der Koch dermaßen gedopt wundervoll zaubert. Nach 10 Gängen ergeben wir uns und konvertieren.

Form leaves function: Der große, offene Platz der Kölner Philharmonie wird während Proben und Aufführungen zum Locus non grata. Betreten verboten, weil's unten weh tut. Bad vibrations, sozusagen.

Form leaves function: Der große, offene Platz der Kölner Philharmonie wird während Proben und Aufführungen zum Locus non grata. Betreten verboten, weil's unten weh tut. Bad vibrations, sozusagen.

Unsere Gastgeber laden zum Sundowner auf einen bedarfsoptimierten Baucontainer. Umringt von geschützter Natur erleben wir, wie durchdringend heilsam gepflegte Groteske ist. Einzig die Zwölftonmusik auf dem Jagdhorn fehlt.

Unsere Gastgeber laden zum Sundowner auf einen bedarfsoptimierten Baucontainer. Umringt von geschützter Natur erleben wir, wie durchdringend heilsam gepflegte Groteske ist. Einzig die Zwölftonmusik auf dem Jagdhorn fehlt.

Wir fliegen aus nach Holland und besichtigen das zweithässlichste Etikett der Welt: Ein kotzebrauner Seeteufel. Schleim, Zähne und entzündete Mandeln. Prost. (Das hässlichste Etikett stammt übrigens von mir. Eine Jugendsünde aus 1995, gerne öffentlich erwähnt von meinem sehr ehemaligen Freund Paul Achs.)

Wir fliegen aus nach Holland und besichtigen das zweithässlichste Etikett der Welt: Ein kotzebrauner Seeteufel. Schleim, Zähne und entzündete Mandeln. Prost. (Das hässlichste Etikett stammt übrigens von mir. Eine Jugendsünde aus 1995, gerne öffentlich erwähnt von meinem sehr ehemaligen Freund Paul Achs.)

Gastfreundschaft auf nordrheinwestfälisch: Der erzkonservative, gastgebende Seidenblumensammler, Herr RA Dr. S. und seine christlichsoziale Gattin stellen uns drei halbnackte Schlafbegleiterinnen zur Verfügung. Diese rauben uns den Schlaf. Allerdings nicht so, wie das trieborientierte Menschen vermuten würden ...

Gastfreundschaft auf nordrheinwestfälisch: Der erzkonservative, gastgebende Seidenblumensammler, Herr RA Dr. S. und seine christlichsoziale Gattin stellen uns drei halbnackte Schlafbegleiterinnen zur Verfügung. Diese rauben uns den Schlaf. Allerdings nicht so, wie das trieborientierte Menschen vermuten würden ...

Tags darauf fahren wir mit zwei befreundeten Pferden und deren Personal per Kutsche ins naturgeschützte Grüne. Wir essen auf dem warmen Waldboden Gänseeier, selbstgebackenes Brot und dürfen Kölsch aus originalen Päffgen-Gläsern trinken.

Tags darauf fahren wir mit zwei befreundeten Pferden und deren Personal per Kutsche ins naturgeschützte Grüne. Wir essen auf dem warmen Waldboden Gänseeier, selbstgebackenes Brot und dürfen Kölsch aus originalen Päffgen-Gläsern trinken.

Liebesgrüße aus Köln: Herr Dr. S. ist hier mit seinem multifunktionalen Emotionsverstärkertool zu sehen. Ein rostiges, wundbrandförderndes Hackebeil, mit welchem er - eigenen Angaben zufolge - bereits einen heiklen Prozess gewinnen konnte. Diesmaliger Verwendungszweck: Sag' zum Abschied laut Servus

Liebesgrüße aus Köln: Herr Dr. S. ist hier mit seinem multifunktionalen Emotionsverstärkertool zu sehen. Ein rostiges, wundbrandförderndes Hackebeil, mit welchem er - eigenen Angaben zufolge - bereits einen heiklen Prozess gewinnen konnte. Diesmaliger Verwendungszweck: Sag' zum Abschied laut Servus

Unvergesslich: Eine brutalste Demonstration geistiger Unverbindlichkeit. Gesichtet von unserer 2PS-igen Kutsche aus. Luftballons, Kopfschmerzen aus dem Mehrlitergebinde, Dieselgestank. Töff, töff, töff, holladoroo.

Unvergesslich: Eine brutalste Demonstration geistiger Unverbindlichkeit. Gesichtet von unserer 2PS-igen Kutsche aus. Luftballons, Kopfschmerzen aus dem Mehrlitergebinde, Dieselgestank. Töff, töff, töff, holladoroo.

Rechtsrheinradikale erkennen: Die Bildmeisterin stand hinter der verpönten Schäl Sick-Linie.

Rechtsrheinradikale erkennen: Die Bildmeisterin stand hinter der verpönten Schäl Sick-Linie.